KI · 14. September 2026
Microsoft plant, seine globale Rechenzentrumskapazität bis 2032 auf über 38 Gigawatt zu erhöhen
Microsoft plant, seine weltweite Rechenzentrumskapazität bis zum Jahr 2032 von derzeit etwa 12 Gigawatt auf mehr als 38 Gigawatt zu steigern. Diese Ausweitung entspricht einem Zuwachs von rund 26 Gigawatt innerhalb von sechs Jahren. Die Details dieses Vorhabens wurden von dem Unternehmen noch nicht mit einer detaillierten Roadmap veröffentlicht.
Der geplante Ausbau dient vor allem der Befriedigung des wachsenden Bedarfs an Rechenleistung für die Azure-Cloud-Dienste und generative Künstliche-Intelligenz-Anwendungen. Derzeit sind nur etwa 2 Gigawatt der bestehenden Kapazität mit speziellen Beschleunigern für Künstliche Intelligenz ausgestattet. Bis 2032 soll dieser Anteil auf etwa ein Drittel der Gesamtmenge steigen, was einer Kapazität von mehr als 12 Gigawatt für KI-Workloads entsprechen würde.
Der Hintergrund für diese Expansion ist ein Mangel an verfügbarer Kapazität. In jüngerer Vergangenheit konnte Microsoft nicht genügend Serverfläche finden, um alle Anfragen für Azure und KI-Dienste zu bedienen. Neue Rechenzentren sollen daher auch dazu dienen, bisher abgewiesene Unternehmensanfragen wieder zu gewinnen. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 erwartet das Unternehmen Kapitalausgaben in Höhe von 50 Milliarden Dollar.
Anstatt die Infrastruktur in einer einzigen großen Anlage zu konzentrieren, errichtet Microsoft mehrere Standorte, die durch Hochgeschwindigkeitsverbindungen miteinander gekoppelt sind. Die Zentren in Wisconsin und Atlanta bilden zusammen eine sogenannte KI-Superfabrik. Zur Bewältigung der hohen Wärmelasten und zur Reduzierung des Wasserverbrauchs wird dort eine geschlossene Flüssigkühlung eingesetzt.
Die geplante Kapazität von 38 Gigawatt übersteigt den höchsten Strombedarf des US-Bundesstaates New York. Daher sind neben den Gebäuden selbst auch die Energieversorgung, die Netzanschlusskapazität und die Kühltechnik entscheidend für den Erfolg des Projekts. Lokale Genehmigungsverfahren und lange Lieferzeiten für Stromtransformatoren und Kabel könnten die Umsetzung verzögern, da große Technologieunternehmen um dieselben Lieferketten konkurrieren.
Zur Finanzierung und Bilanzierung plant Microsoft, die Abschreibungszeit für langfristige Rechenzentrumsverträge von 15 auf 25 Jahre zu verlängern. Dies verändert die Darstellung der jährlichen Kosten, beseitigt den tatsächlichen Kapitalbedarf jedoch nicht. Ein Teil der 38 Gigawatt wird voraussichtlich nicht aus eigenen Gebäuden stammen, sondern aus gemieteten oder von Partnern betriebenen Kapazitäten bestehen. Die endgültige Verteilung der Kapazitäten auf verschiedene Länder und Regionen wird erst nach der offiziellen Bekanntgabe der Details klarer sein.