Cloud · 15. Oktober 2026
Ukrainische Drohne legt Rechenzentrum von Yandex lahm
Eine ukrainische Drohne hat am zwölften Oktober zweitausendsechsundzwanzig eines der größten Rechenzentren des Technologiekonzerns Yandex in der Stadt Wlodimir getroffen und den Betrieb der Anlage vollständig zum Erliegen gebracht. Der Angriff führte zu einer sofortigen Unterbrechung der Stromversorgung und der Datenverarbeitung in dem betroffenen Komplex, der als kritischer Knotenpunkt für die digitale Infrastruktur des Unternehmens dient.
Das zerstörte Objekt verfügt über eine elektrische Leistung von fünfzig Megawatt und war ursprünglich für die Aufnahme von zweitausendachthundertachtzig Serverschränken konzipiert. Durch den Ausfall dieser Kapazitäten wurden mehr als achtzig digitale Plattformen, verschiedene Werkzeuge für künstliche Intelligenz sowie Dienste der Cloud-Sparte von Yandex in Russland und darüber hinaus beeinträchtigt. Dies markiert bereits den dritten Angriff auf Serverstandorte des Konzerns innerhalb eines Zeitraums von nur vier Tagen, nachdem zuvor Einrichtungen in den Regionen Rjasan und Kaluga ins Visier genommen worden waren.
Die Folgen der Havarie weiteten sich schnell auf die gesamte russische Digitallandschaft aus und betrafen sowohl private Endverbraucher als auch geschäftliche Kunden. Unter den nicht mehr funktionierenden Anwendungen befanden sich der Sprachassistent Alissa, der Musikstreamingdienst Yandex Music, das Videokonferenzsystem Telemost sowie die Smart-Home-Steuerung. Im Bereich der Geschäftskunden meldete die Cloud-Infrastruktur umfangreiche Störungen bei Rechenleistung, Datenspeicherung, Datenbankmanagement und Entwickler-Workflows. Betroffene Dienste umfassten Compute Cloud, Object Storage, Managed Kubernetes sowie Datenbanksysteme wie PostgreSQL und ClickHouse. Auch Schnittstellen für künstliche Intelligenz, darunter die Programmierschnittstelle YandexGPT, SpeechKit und Vision OCR, standen zeitweise nicht zur Verfügung.
Weiterhin litten externe Handels- und Finanzplattformen unter den Konsequenzen, da Nutzer Probleme mit Bankanwendungen, Transportdiensten und großen Einzelhandelsketten wie Magnit und Fix Price meldeten. Die Serie von Angriffen begann am achten Oktober mit einem Drohneneinschlag in Sasowo, der einen Brand auslöste und Server der russischen Staatsbahn sowie des Mobilfunkbetreibers MegaFon abschaltete. Ein weiterer Treffer folgte am neunten Oktober in Kaluga, wo mehrere Hardwaremodule beschädigt wurden. Als Reaktion entfernte Yandex Standortmarkierungen seiner Rechenzentren aus seinen Kartendiensten in vier Regionen, während der Aktienkurs des Unternehmens an der Moskauer Börse um etwa vier Prozent fiel.
Militärische Analysten bewerten diese gezielten Ausschaltungen als Maßnahme, die die russische Logistik, die Unternehmensverwaltung und digitale Kommandosysteme schwächt. Die systematische Störung von Kommunikationsnetzen und Rechenzentren erschwert laut diesen Einschätzungen die Koordination staatlicher Funktionen und militärischer Operationen erheblich.