KI · 10. Oktober 2026

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Regierung plant öffentlichen KI-Chat für Gesundheitsfragen ab 2027

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K. K. / Unsplash

Die norwegische Regierung beabsichtigt, im Jahr 2027 einen öffentlichen Dienst für künstliche Intelligenz einzuführen, der Bürgern Antworten auf Fragen zu Symptomen, Beschwerden und Laborergebnissen geben soll. Dieses Vorhaben richtet sich an die gesamte Bevölkerung und zielt darauf ab, eine staatlich geprüfte Alternative zu bestehenden internationalen Angeboten zu schaffen.

Für die Entwicklung und den Betrieb dieser Lösung sind finanzielle Mittel in Höhe von 20 Millionen Kronen vorgesehen. Diese Summe ist Teil einer umfassenderen Regierungsstrategie für künstliche Intelligenz, die insgesamt ein Volumen von 120 Millionen Kronen umfasst und Maßnahmen verschiedener Ministerien beinhaltet. Der genaue Starttermin innerhalb des Jahres 2027 wurde noch nicht konkret benannt.

Das Direktorat für Gesundheit erhielt bereits den Auftrag, die Grundlagen für diesen Dienst zu erarbeiten. Bei der Umsetzung wird die Behörde mit dem Norwegischen Gesundheitsnetz, dem Institut für öffentliche Gesundheit sowie dem Direktorat für Medizinprodukte zusammenarbeiten. Die Regierung zeigt sich zudem offen für eine Kooperation mit privaten Akteuren, die bereits sichere Lösungen auf dem Markt anbieten, um von deren Erfahrungen zu profitieren.

Ein zentrales Anliegen der Initiative ist es, den Bürgern qualitätsgesicherte Ratschläge zu bieten, die speziell auf das norwegische Gesundheitssystem zugeschnitten sind. Laut einer Pressemitteilung nutzen viele Menschen bereits internationale KI-Dienste, um Gesundheitsinformationen einzuholen. Der Gesundheits- und Pflegeminister betonte, dass dieser Trend nicht gestoppt werden könne und solle. Stattdessen müsse der Staat Sicherheit dort gewährleisten, wo sich die Menschen bereits informieren. Daher soll ein öffentliches Angebot entstehen, das verlässliche Antworten liefert.

In der ersten Phase soll der Chatbot ohne eine Anmeldung oder andere Authentifizierungsverfahren nutzbar sein. Eine solche Pflicht ist jedoch als langfristiges Ziel geplant. Details zur praktischen Umsetzung der Qualitätssicherung sowie zur genauen Verarbeitung von Benutzerdaten wurden in der Bekanntmachung noch nicht näher beschrieben. Ebenso bleibt offen, auf welcher spezifischen Sprachmodelltechnologie der Dienst basieren wird.

Hintergrund für das staatliche Engagement sind Bedenken hinsichtlich der Qualität und des Datenschutzes bei kommerziellen Anbietern. Eine kürzlich vom Direktorat für Gesundheit durchgeführte Umfrage ergab, dass sechs von zehn Befragten Datenschutz und qualitätsgesicherte Inhalte als sehr wichtig erachten. Zudem verwies die Regierung auf eine internationale Untersuchung, der zufolge jeder fünfte Nutzer großer KI-Sprachmodelle Antworten auf Gesundheitsfragen erhielt, die als höchst problematisch eingestuft wurden. Die Regierung betont zudem den Wunsch, weniger Technologie zu verwenden, die außerhalb Europas entwickelt wurde.

Die Entwicklung schreitet international voran, wobei große Technologiekonzerne ähnliche Gesundheitsfunktionen ankündigen. Die norwegischen Behörden wollen jedoch einen eigenen Weg gehen, der Sicherheit und nationale Anpassung in den Vordergrund stellt. Wie die Qualitätssicherung im Detail erfolgen wird und wer die Technologie letztlich liefert, muss noch geklärt werden.