Entwickler · 13. September 2026
Entwickler lehnt die Nutzung von Codex für große SaaS-Projekte ab
Ein erfahrener Entwickler hat erklärt, warum er die KI-gestützte Programmierung mit dem Tool Codex nicht für die Entwicklung eines viralen Software-as-a-Service-Projekts mit einer Million Nutzern einsetzen möchte. Der Autor, der zuvor Websites, Telegram-Bots und Dashboards erstellt hat, berichtet, dass er die Technologie für kleinere Aufgaben als nützlich empfindet, sie aber für komplexe Systeme ablehnt.
Der Entwickler beschreibt den initialen Eindruck der Arbeit mit Codex als ähnlich dem Gefühl, verbotene Magie zu üben. Das System erstellt neue Funktionen innerhalb eines Tages oder Abends, was den Bedarf an langem Studium von Programmiersprachen wie Python oder der Suche nach Lösungen für Datenbankprobleme eliminiert. Im Vergleich zur Beauftragung eines Freelancer-Entwicklers, der für ähnliche Arbeit zehnmal mehr Zeit und Geld verlangen würde, bietet die KI-Unterstützung einen deutlichen Vorteil in der Geschwindigkeit.
Trotz dieser Effizienz bestehen erhebliche Bedenken hinsichtlich der Kontrolle. Der Autor, der zehn Jahre lang Teams in technischer Unterstützung und Webentwicklung leitete, betont, dass er alle entscheidenden Entwicklungsentscheidungen selbst treffen muss. Während er Codex um Rat bitten kann, fehlt dem System die proaktive Fähigkeit, fehlerhafte Ideen des Nutzers zu hinterfragen oder alternative Architekturen vorzuschlagen. Das System passt sich stattdessen den Wünschen des Nutzers an, was zu einer Situation führt, die der Entwickler als russisches Roulette bezeichnet, insbesondere wenn sein eigenes Fachwissen begrenzt ist.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Neigung des KI-Agenten zu Fehlern. Das System kann komplexe Komponenten wie Authentifizierung, Caching oder Aufgabenwarteschlangen implementieren, dabei aber einfache Elemente wie eine nicht funktionierende Zurück-Button übersehen. Wenn der Entwickler das System mit ungewöhnlichen Anforderungen konfrontiert, führt dies oft zu unnötiger Komplexität im bestehenden Code. Die anschließende Fehlersuche und Korrektur durch den Menschen erfordert erhebliche Geduld und Zeit.
Der Entwickler vergleicht die Situation mit der Textgenerierung durch KI, bei der ein Laie die Fehler des Systems nicht erkennt und die fehlerhaften Inhalte veröffentlicht. Er schließt daraus, dass die Entwicklung großer Projekte mit Codex nicht gewünscht ist, da ein solches Vorhaben fundiertes Entwicklerwissen, strenge Projektsteuerung und viel Geduld erfordert. Kleine Projekte wie Bots für den Export von Kanalverläufen, Website-Anpassungen oder Schrittzähler sind dagegen in einer einzigen Abendarbeit umsetzbar und bereiten Freude. Die Entscheidung gegen die Nutzung von Codex für ein großes SaaS-Produkt mit einer Million Nutzeln basiert auf der Unmöglichkeit, die Qualität und Stabilität des Codes ohne menschliche Eingriffe zu garantieren.